Oliver Twist

London, England. Königen Viktoria herrscht über das britische Weltreich. Der kleine Oliver Twist lebte in einem Armenhaus auf dem Land. Um einmal satt zu werden, bittet Oliver um einen Teller Suppe mehr und wird zur Strafarbeit an den Leichenbestatter Sowerberry abgegeben. Bald gelingt ihm die Flucht und er schlägt sich bis nach London durch, wo der den Straßenjungen Jack Dawkins trifft. Der nennt sich selbst „Dodger der Fuchs“ und nimmt den Ausreißer mit in den Unterschlupf seiner Diebesbande. Dort regiert der Trödler Fagin, Oliver lernt ach Nancy, Charlie und all die anderen Taschendiebe kennen, bekommt ein Bett und genug zu essen. Zum ersten Mal fühlt Oliver sich richtig wohl und wie zu Hause.

Aber das Glück ist trügerisch. Schon beim ersten Diebeszug wird Oliver zu Unrecht verhaftet und vor Gericht gezerrt. Nur das beherzte Einschreiteten es reichen Mister Brownlow rettet Oliver vor einer Verurteilung. Sein Retter nimmt ihn in seinem Hause auf – Oliver scheint in Sicherheit zu sein. Doch Fagin fürchtet, Oliver könne das Versteck der Diebe verraten. Er entführt ihn und schickt ihn mit dem brutalen Bill Sikes zu einem Einbruch. Oliver gerät in Lebensgefahr…

Charles Dickens erzählt in seinem erste Roman „Oliver Twist“ vom düsteren und ungerechten London des 19. Jahrhundert. Spannend und rasant inszeniert von Matthias Harre mit Liebe zum Detail in einer eignen Theaterfassung die Geschichte des einsamen Waisenjungen. Und trotz aller schlimmen Erlebnisse gibt es zu guter Letzt doch ein Happy End.

Das Haus in Montevideo

Eine beschauliche Kleinstadt in Deutschland, in der Traugott Herrmann Nägler, seines Zeichens Professor für tote Sprachen, zusammen mit seiner Frau Marianne und einer zwölfköpfigen Kinderschar lebt. Er führt ein moralisch integeres Leben und überwacht das Wohl und Wehe seiner Familie mit Argusaugen.

Eigentlich liebevoll seiner Familie gegenüber auftretend, erweist er sich aber gelegentlich auch als Haustyrann und Moralapostel.

Diese Idylle wir durchbrochen, als die Prinzipien des tugendhaften Professors durch die Ankündigung einer ins Haus stehenden Erbschaft ins Wanken geraten.

Erbin ist seine älteste Tochter Atlanta, Erblasserin seine Schwester Josefine, die seinerzeit wegen eines moralischen Vergehens von der Familie verstoßen wurde und kürzlich verstorben ist.

Zunächst erwägt der Professor die Erbschaft wegen dieses Fehltritts seiner Schwester nicht anzutreten. Dank der Überredungskünste des Herrn Pastor Riesling, einem Freund der Familie, macht er sich zusammen mit seiner Tochter und dem Pastor auf den Weg nach Montevideo, dem Ort an dem seine Schwester zuletzt gelebt hatte.

Dort angekommen erwartet ihn im Hause der Verstorbenen zunächst eine Reihe von Überraschungen, Aufregungen und Missverständnissen.

Die Verlesung des Testaments selbst scheint dann jedoch das Fass zum überlaufen zu bringen. Hat doch seine Schwester in ihrem Testament eine Klausel eingefügt, die droht seine Moralvorstellungen und sein eigenes Weltbild endgültig zum Einsturz zu bringen. Hin- und hergerissen von seinem schlechten Gewissen, der Fürsorgepflicht gegenüber seiner Familie aber auch von der Aussicht in den Genuss der Erbschaft zu gelangen, scheint der Professor seine Prinzipien über Bord werfen zu wollen.

Bis ihm ein Zufall bei der Entscheidung hilft.